Nick Veasey with x-rated music instruments

Nick Veasey, X-Ray, die Schönheit durch Röntgenstrahlen

Durch die Brisanz der Ereignisse in Japan doch ein wenig beklemmend erscheint im ersten Moment die gestrige Eröffnung der Ausstellung X-Ray – der englische Begriff für Röntgen –  im Atelier Jungwirth in Graz. Arbeitet doch der englische Fotograf Nick Veasey mit radioaktiver Strahlung in Form von Röntgenstrahlen um seine unglaublich schönen Bilder herzustellen. Und dies seit nun mehr als 15 Jahren, in denen er seine Kunst immer perfekter  und einzigartig entwickelte.
Schon die Einladung nach Graz ins Atelier Jungwirth ist ein Kunstwerk für sich. Fotograf und Galerist Christian Jungwirth hat keine Mühen gescheut um ein Bild des englischen Künstlers auf echten Röntgenfilm zu belichten und in einem Original Röntgenkuvert an seine Klientel zu verschicken. Erster Gedanke als ich diese Einladung bekam:  ich war doch gar nicht beim Röntgen….
Umso größer dann das Erstaunen als ein waschechter x-ray Teddybär  von vom 30 x 40cm großen Negativ lachte. Sammlerfaktor : +++
Dabei verhält es sich mit der Belichtung von analogen Röntgenmaterialien in der Medizin ähnlich wie in der Werbefotografie, erklärt mir Nick Veaseey im Gespräch. Die meisten Belichtungen werden nur mehr digital gemacht, es gibt kaum noch analoge Geräte. Nach längeren Recherchen wurde er  im technischen Bereich fündig,  belichtet seither in einem ehenmaligen Militärbunker, in der Nähe von London auf analogen Film.  Unfälle zu vermeiden und die Sicherheit hoch zu halten ist ein wichtiger Faktor, daher belichtet nur er selbst die Bilder mit jeweils einer von 3 Röntgengeräten. Seine Mitarbeiter kümmern sich daraufhin um die Fertigstellung der einzelnen Aufnahmen mittels digitaler Techniken.
Dass diese Fotografie sehr zeitaufwändig werden kann, zeigt alleine die Tatsache, dass er für ein Röntgenbild eines Flugzeuges gut ein Jahr arbeiten mußte. Das Flugzeug kam dazu in Einzelteilen aus den USA zu ihm ins Studio. Das auf den Bildern immer wieder sichtbare  „Model“, dass er dabei verwendet heißt übrigens Frieda. Eine Frau zu Lebzeit wird sie nun  für medizinisch wissenschaftliche Zwecke von angehenden Röntgenärzten verwendet. Nick kann auf sie zurückgreifen.
Mir persönlich haben die Arbeiten mit Artikeln aus dem  Modebereich besonders gut gefallen, sie demaskieren endrucksvoll die äußere Hülle des Schönen und zeigen diese Dinge abseits von Markenkult und Statussymbolik. Interssant ist zum Beispiel dass die Trägerin von Prada High Heels auf zahllosen kleinen wirr in Richtung Fußsohle abstehenden Nägeln laufen muss, vermutlich ohne dies jemals zu merken.
Eindrucksvoll auch die wunderschönen Bilder aus der Natur, die überaschende Einblicke in die fragile Welt der Pflanzen und Tiere freigeben.

Zu sehen ist die Ausstellung bis 4. Juni im Atelier Jungwirth in Graz.

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